V. Von der Erlösung

Wir galuben, dass die Erlösung ausschließlich von Gott aus Gnade und auf Grund des Werkes von Jesus Christus durch Sein vergossenes Blut bewirkt wird. Diese kann nicht vom Menschen selbst erreicht werden und wird durch keine Taten verdient (Jh. 1,12; Eph. 1,7; 2,8-10; 1. Petr. 1,18-19).

Die Wiedergeburt

Wir galuben, dass die Wiedergeburt ein durch den Heiligen Geist gewirktes übernatürliches Eregnis ist, bei der dem Menschen das Leben und die neue göttliche Natur gegeben werden (Jh. 3,3-7; Tit. 3,5). Diese wird in einem Nu durch die Kraft des Heilligen Geistes durch das Hören des Wortes Gottes (Jh. 5,24) bewirkt, wenn der bußfertige Sünder im Galuben Jesus Christus als seinen persönlichen Herrn und Heiland annimmt. Die wahre Wiedergeburt wird durch die entsprechende Früchte der Buße und biblische Einstellung zum Leben und zu praktischen Aktivitäten bestätigt. Die guten Taten, die von einem wiedergeborenen Menschen im Gehorsam gegenüber Gott gewirkt werden, sind Beweise und Früchte der Wiedergeburt (1. Kor. 6,19-20; Eph. 2,10). Diese werden in dem Ausmaß hervortreten, wie der Gläubige sich dem Heiligen Geist durch den Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes zur Vefügung stellt (Eph. 5,17-21; Phil. 2,12; Kol. 3,16; 2. Petr. 1,4-10). Dieser Gehorsam führt den Gläubigen zum fortdauernden Wachstumsprozess im Glauben, in der Wahrheit und dem „Jesus Christus Ähnlichwerden“ (2. Kor. 3,18). Das Wachstum des Gläubigen in der Heiligung und im Ähnlichwerden Christus gegenüber wird bei dem zweiten Kommen Jesu Christi in der Glorifizierung des Gläubigen vollendet (Röm. 8,17; 2. Petr. 1,4; 1. Jh. 3,2-3).

Die Erwählung

Wir glauben, dass die Erwählung eine Handlung Gottes ist, wobei Er vor der Schaffung des Universums die auserwählt hat, die an Jesus Christus geglaubt und Ihn als persönlichen Heiland und Herrn angenommen haben (Röm. 8,28-30; Eph. 1,4-11; 2. Thes. 2,13; 2. Tim. 2,10; 1. Petr. 1,1-2). Wir glauben, dass von der Ewigkeit an ein freies und von außen durch nichts beeinflusstes Wohlwollen[18] und der Beschluss Gottes[19] feststanden, die Sünder zu erlösen. Daher, da es nach Seiner unerforschbaren, barmherzigen Liebe noch vor der Erschaffung der Welt im Ratschluss Gottes entschieden wurde, dass Gott durch Sein Menschwerden und Seinen Tod der Retter[20] werden wird, sind die Personen aus dem verlorenen Menschengeschlecht, die tatsächlich im Laufe der Geschichte die Erlösung bekommen sollen, vom Vater[21] auserwählt, und deren Namen sind im Himmel[22] aufgeschrieben. Diese sind in die Hände des Heilands[23] als Sein Volk[24], als Schafe Seiner Herde, für die Er Sein Leben[25] preisgegeben hat, als Seine Erbschaft[26] und Seine Brautübergeben. Diesen Personen ist das ewige Leben in Jesus Christus geschenkt worden, gleichzeitig sind auch alle Mittel vorherbestimmt worden, die diese Menschen zum Glauben an Jesus Christus[27], zur Heiligkeit und am Ende zur ewigen Glückseligkeit[28] führen sollen. Dieser Ratschluß ist unabänderlich und für Ewigkeit[29] festgelegt, so dass die, die der betrifft, - die Auserwählten Gottes, nicht aus der Hand Christi[30] gerissen werden können, sondern sie werden durch die Kraft Gottes im Glauben und in der Liebe zu Jesus aufrechterhalten, bis sie Miterben Seiner Herrlichkeit werden[31].

Wir glauben, dass diese souveräne, klar in der Bibel dargestellte Erwählung Gottes nicht dem widerspricht, dass der Mensch die Verantwortung für die Entscheidung, sich zu bekehren und an Jesus Christus als persönlichen Herrn und Heiland zu glauben, selbst trägt (Hes. 18,23 & 32; 33,11; Jh. 3,18-19, Röm. 9,22-23; 2. Thes. 2,10-12; Off. 22,17).

Wir glauben, dass die Erwählung Gottes nicht als eine eigenmächtige Halndlung Gottes getrennt von allgemeinem Charakter Seiner göttlichen Person betrachtet werden soll. Gottes souveräne Entscheidungen bezüglich der Erwählung wirken untrennbar von Seinen anderen Eigenschaften und Attributen, solchen wie seine Allwissenheit, Gerechtigkeit, Heiligkeit, Weisheit, Gnade und Liebe[32], die Ihm charakteristisch sind. Somit entspricht die Handlung Gottes bezüglich der Erwählung Seinem Charakter, wie sich das im Leben Jesu Christi gezeigt hat (Matth. 11,25-28; 2. Tim. 1,9).

Die Erlösung und Rechtfertigung

Wir glauben, dass Gott den Menschen von den Folgen seines Abfalls nicht anders erlösen konnte, als durch die vollständige Befriedigung Seiner heiligen Gerechtigkeit[33]; weshalb Er von der Ewigkeit an Seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus als Sündopfer vorherbestimmt hat[34]. Infolge dessen ist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes[35], in der vom Gott bestimmten Zeit in der Gestalt des sündigen Fleisches[36] für die Erlösung des Menschengeschlechtes auf die Erde gekommen. Er hat den vollkommenen Gehorsam erwiesen, indem Er für uns das ganze Gesetz Gottes erfüllt [37] und für uns Seinen Leib und Seine Seele als Opfer dargebracht hat[38]. Er wurde für uns ein Fluch[39], indem Er den Zorn Gottes und die Strafe für unsere Sünden getragen hatte[40].

Wir glauben, dass diese ewige und vollkommen Erlösung[41], die der Sohn Gottes vollbracht hat, die einzige Ursache unserer Rettung ist[42], und dass wir auf Grund dessen die Vergebung unserer Sünden[43], Rechtfertigung[44], ewige Gerechtigkeit[45], Befreiung von dem Tod, dem Satan und der Hölle[46] und das ewige Leben[47] erlangen, sowie durch die Erlösung die Kraft, die Sünde zu hassen, für sie zu sterben[48], das Gute zu wünschen und zu tun[49]bekommen. Christus, der die Erlösung durch Seinen Tod vollbracht hat[50], ist am dritten Tag auferstanden [51], in den Himmel aufgenommen worden[52], hat sich zur Rechten Gottes gesetzt[53] und uns Seinen Heiligen Geist gesandt, der seinerseits uns zur Annahme im Glauben all der Gaben dieser herrlichen Erlösung befähigt[54]. Als der Hohepriester vertritt Er uns vor dem Vater[55], ist bei uns bis an der Welt Ende[56] und wird uns schließlich in den Himmel aufnehmen, wo Er uns eine Stätte vorbereitet hat [57].

Wir glauben, dass die Rechtfertigung vor Gott Seine Handlung ist(Röm. 8,33), wobei Er diejenigen als Gerechte erklärt, die durch den Glauben an Jesus Christus eigene Sünden bereuen (Luk. 13,3; Apg. 2,38; 3,19; 11,18; Röm. 2,4; 2. Kor. 7,10; Jes. 5,6-7) und Ihn als persönlichen Herrn und Heiland anerkennen (Röm. 10,9-10; 1. Kor. 12,3; 2. Kor. 4,5; Phil. 2,11). Die Gerechtigkeit Christischließt nicht irgendeine menschliche Tugend oder Tat ein (Röm. 3,20; 4,6), sondern besteht darin, dass Christus unsere Sünden auf sich genommen und der Person, die an Ihn glaubt, Seine Gerechtigkeit angerechnet hat (Kol. 2,14; 1. Petr. 2,24). Der wiedergeborene Mensch zieht die Gerechtigkeit Jesu Christi an (1. Kor. 1,30; 2. Kor. 5,21). Damit ist gemeint, dass Gott gerecht ist und den an Jesus Gläubigen rechtfertigt. [58].

Die Heiligung

Wir glauben, dass jeder Gläubige geheiligt ist, das heißt von der Welt zum Eigentum Gottes durch die Rechtfertigung in Jesus Christus abgesondert und somit als heilig, das heißt von der Sünde getrennt, anerkannt worden ist. In diesem Zusammenhang geschieht die Heiligung in einem Nu und bestimmt die Stellung des Menschen vor Gott. Diese Heiligung darf man jedoch nicht mit der „progressiven Heiligung“ (dem Heiligungsprozess), das heißt mit dem Wachstumsprozess im Geist und in der Wahrheit, verwechseln (Apg. 20,32; 1. Kor. 1,2 & 30; 6,12; 2. Thes. 2,13; Hebr. 2,1; 10,10 & 14; 13,12;). Wir glauben, dass jede wiedergeborene Person den Bedarf hat, durch den Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes und durch die Kraft des Heiligen Geistes in der Heiligkeit zu wachsen und dabei Jesus Christus immer ähnlicher zu werden[59]. (Röm. 6,1-22; 2. Kor. 3,18; 1. Thes. 4,3-4; 5,23).

Demzufolge glauben wir, dass der wiedergeborene Mensch sich ständig in einem Konflikt oder Kampf zwischen seiner neuen wiedergeborenen Natur, das heißt der neuen Kreatur in Christus, und dem alten sündhaften Wesen des abgefallenen Menschen befindet, dennoch ist sein Sieg durch die Kraft des in ihm lebenden Heiligen Geistes gesichert. Dieser Kampf dauert das ganze irdische Leben und alle Äußerungen bezüglich der vollkommenen Ausrottung der Sünde in dem irdischen Leben sind unbiblisch. Der Sieg über die Sünde ist nur mithilfe des Heiligen Geistes möglich[60]. (Gal. 5,16-25; Eph. 4,22-24; Phil. 3,12; Kol. 3,9-10; 1. Petr. 1,14-16; 1. Jh. 3,5-9).

Die Heilsgewissheit

Wir glauben, dass alle wahrhaftig neugebeorene, einst gerettete und erlöste Menschen durch die Kraft Gottes im Glauben erhalten werden und somit das volle Vertrauen auf Gott haben können, der sie in Seiner Hand bewahrt[61] (Jh. 5,24; 6,37-40, Röm. 5,9-10; 8,1& 31-39; 1. Kor. 1,4-8; Eph. 4,30; Hebr. 7,25; 13,5; 1. Petr. 1,5; Jud. 24). Das ist ein Privileg des Gläubigen, sich über die Heilsgewissheit zu freuen. Allerdings bedeutet die biblische Heilsgewissheit nicht, dass der Mensch, hoffend, dass Seine Erlösung von Gott garantiert ist, in der Sünde bleibend leben kann. Die so leben, sind nur Namensgläubige, die tatsächlich nie eine Wiedergeburt erlebt haben [62] (Röm. 6,15-22; Gal. 5,13 & 25-26; Tit. 2,11-14).